Manchmal frage ich mich, ob mein Kopf heimlich ein eigenes Betriebssystem entwickelt hat. Eins, das ständig im Hintergrund Updates fährt, ohne mich vorher zu fragen. Willkommen in meinem Alltag mit Mental Load.
Während ich morgens versuche, meinen Kaffee zu trinken, ohne ihn zu verschütten, läuft im Kopf schon das volle Programm:
„Muss ich heute tanken? Hat das Kind morgen Sport? Wo ist eigentlich die Brotdose mit dem Dino? Und warum weiß ich das überhaupt alles?“
Ich sitze im Meeting, nicke professionell – und gleichzeitig plant mein Gehirn das Abendessen, erinnert mich an den Zahnarzttermin und überlegt, ob wir noch genug Waschmittel haben. Multitasking? Ich nenne es eher: Gedankliches Jonglieren auf Zirkusniveau.
Das Lustige (oder Traurige): Niemand sieht diese mentale To‑do‑Liste. Sie ist wie ein unsichtbarer Mitbewohner, der ständig Aufgaben verteilt, aber nie selbst welche erledigt.
Und ja, manchmal bin ich abends völlig fertig – nicht, weil ich so viel getan habe, sondern weil ich so viel gedacht habe.
Mein Kopf braucht dann eigentlich Urlaub. Oder wenigstens einen Neustart. Oder ein Update, das endlich mal die Funktion „Gedanken schließen“ einführt.
Aber ich lerne langsam, Aufgaben abzugeben. Nicht nur das Tun, sondern auch das Denken.
Und wenn jemand fragt: „Warum sagst du denn nichts?“
Dann denke ich: Weil ich gerade 47 andere Dinge gedacht habe.
Mental Load ist anstrengend – aber wenn ich darüber lache, fühlt es sich gleich ein bisschen leichter an.
