Es gibt Tage, da frage ich mich, warum ich überhaupt aufräume. Wirklich. Ich räume eine Ecke auf, drehe mich um – und plötzlich sieht es aus, als hätte ein kleiner Tornado beschlossen, bei uns einzuziehen. Mit Vorliebe für Legosteine.
Haushalt mit Kindern ist wie ein Fitnessprogramm, das niemand bestellt hat:
Bücken, heben, tragen, sortieren, wieder bücken, wieder heben. Und das alles in Endlosschleife. Mein Schrittzähler liebt es.
Während ich versuche, die Küche in einen halbwegs bewohnbaren Zustand zu bringen, höre ich aus dem Wohnzimmer:
„Mamaaaa, ich hab nur EIN BISSCHEN gespielt!“
Ein bisschen. Klar. Ein bisschen wie ein Flohmarkt, der explodiert ist.
Ich habe irgendwann akzeptiert, dass „ordentlich“ bei uns eine flexible Definition hat.
Ordentlich ist: Man kann den Boden sehen.
Sehr ordentlich ist: Man kann den Boden UND den Tisch sehen.
Perfekt ordentlich ist: Niemand ist zu Hause.
Aber ich habe auch gelernt, dass Haushalt mit Kindern nicht nur Chaos bedeutet.
Es bedeutet Leben.
Es bedeutet Kreativität.
Es bedeutet, dass jemand gerade sehr glücklich war, während er die Kissenburg gebaut hat, die jetzt meinen gesamten Flur blockiert.
Und manchmal, wenn ich abends durch das halb aufgeräumte Wohnzimmer gehe, denke ich:
Ja, es ist chaotisch.
Ja, es ist laut.
Ja, es ist anstrengend.
Aber es ist unser Zuhause – und genau so fühlt es sich auch an.
